Philipp Weishaupt und der CHIO Aachen: Freundin kennengelernt, verlobt, Rolex Grand Prix gewonnen

Was für eine Geschichte. Fünf Jahre ist es her, dass Philipp Weishaupt beim CHIO Aachen seine Freundin Bliss Heers – wie er ist die US-Amerikanerin Springreiterin – kennengelernt hat. Gestern Abend haben sich die beiden verlobt, und heute gewinnt er den Rolex Grand Prix, den Großen Preis von Aachen.

Und wie! Zwei Zeitfehler nach dem ersten Umlauf, die komplette Weltelite kommt noch nach ihm. Auf wieviel Prozent er die Chance auf den Sieg zu diesem Zeitpunkt geschätzt habe? „Absolut null“, erzählt er und muss lachen bei der Erinnerung. Denn statt sich professionell auf den zweiten Umlauf vorzubereiten, schnappt er sich seine Bliss und bummelt mit ihr noch ein bisschen durchs CHIO Aachen-Village. Um dann im zweiten Umlauf einen Null-Fehler-Ritt hinzulegen und zu erleben, wie Markus Fuchs (SUI) und Gerco Schröder (NL) patzen – und auf einmal steht da auf der Siegertafel des Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen: 2016 Ph. Weishaupt. „Unfassbar“ findet Weishaupt das. Und „affengeil“.

Mit dem Sieg bei diesem ersten Major des Jahres hat nun Weishaupts persönlicher Rolex Grand Slam of Showjumping begonnen, mit einem Sieg beim kommenden Major – im September im kanadischen Spruce Meadows – kann er die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Und auch das ist eine ganz besondere Geschichte, denn genau dort, auf dieser fantastischen Anlage vor den Toren Calgarys hat sich Weishaupt auf den Aachener Rolex Grand Prix vorbereitet.

Der Bereiter aus dem Stall Beerbaum und der erst neunjährige Holsteiner Hengst LB Convall sicherten sich vor ausverkauftem Haus den Großen Preis von Aachen, den Rolex Grand Prix beim Weltfest des Pferdesports. Und das nach einem Springen, das Parcoursbauer Frank Rothenberger als „das kurioseste seiner Laufbahn“ bezeichnete. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, bekanntermaßen ein Riesenpferdefan und Stammgast beim CHIO Aachen („Das ist immer etwas besonderes!“), fasste die Stimmung in der Soers so zusammen: „Ich war fasziniert, dass 40.000 Menschen so leise sein können, wenn es spannend wird!“

Weishaupt und LB Convall waren das allererste Paar dieses Springens. Sie kamen ohne Hindernis-, aber eben mit diesen zwei Zeitfehlern ins Ziel. Was Weishaupt von der Zeltstadt und anschließend der Tribüne aus bei seinen Konkurrenten sah, waren vor allem Fehler. Dass der Parcours es in sich hatte, hatte im Vorfeld schon Weishaupts Arbeitskollege im Stall Beerbaum, Henrik von Eckermann, prophezeit. Insbesondere die knapp bemessene Zeit erachtete von Eckermann als Problem. Wie Recht er behalten sollte! Wer keinen Springfehler hatte, der scheiterte an der Zeit. Das waren außer Weishaupt aber eben nur noch Gerco Schröder (NED) mit Cognac Champblanc und Martin Fuchs (SUI) auf Clooney. Diese patzten und schon nahm Weishaupts außergewöhnliche Aachen-Geschichte seine Fortsetzung.

Quelle: Pressestelle ALRV

CHIO Aachen: Wieder Boyd Exell im XXXL Pallen-Preis

Boyd Exell ist und bleibt das Maß der Dinge im Fahrsport. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er sich dieses Jahr im Weltcupfinale geschlagen geben musste. Heute im XXXL Pallen-Preis, der Geländefahrt der Vierspännerfahrer beim CHIO Aachen, stellte er einmal mehr seine Klasse unter Beweis. Am ersten Hindernis hatte es noch gerumpelt, aber dann lief es für den Australier, der in England lebt. An vier Hindernissen fuhr er mit seinem Gespann Bestzeit und kam schließlich als Sieger ins Ziel. Die Plätze zwei und drei im XXXL Pallen-Preis gingen in die Niederlande, an Koos de Ronde und Ijsbrand Chardon. Bester Deutscher war Georg von Stein auf Platz vier. Christoph Sandmann wurde Siebter und der aktuelle Europameister Michael Brauchle Achter.

Als „technisch sehr anspruchsvoll und sehr lang mit viel Auf und Ab“ beschrieb Michael Brauchle die Strecke, welche die 25 Gespanne heute zu absolvieren hatten. „Die Pferde mussten richtig arbeiten.“ Dabei waren die Aufgaben aber stets fair und machbar. Es gab keinerlei Zwischenfall auf der Strecke, alle Pferde, Fahrer und Beifahrer kamen wohlbehalten ins Ziel, begeistert angefeuert von Tausenden Zuschauern an der Strecke. „Die Atmosphäre ist bombastisch!“, schwärmte Michael Brauchle und ergänzte noch, wie toll die Kulisse für die Fahrer sei

Die Entscheidung in der Gesamtwertung, dem Preis der Familie Talbot, fällt morgen im abschließenden Kegelfahren um den Preis der H&T Automotive Components. Derzeit liegt Boyd Exell klar in Führung mit insgesamt 146,73 Minuspunkten. Ihm auf den Fersen ist der aktuelle Weltcupsieger Ijsbrand Chardon (155,20), gefolgt von dem US-Fahrer Chester Weber, der 2014 hier in Aachen siegreich war (158,40). Aus deutscher Sicht hat derzeit Georg von Stein als Achtplatzierter (173,23) die aussichtsreichste Ausgangsposition vor dem Christoph Sandmann ist Neunter (175,07). Michael Brauchle liegt auf Rang 13.

Quelle: Pressestelle ALRV

CHIO Aachen: Turkish Airlines-Preis von Europa geht nach Kanada

Der Turkish Airlines-Preis von Europa ist traditionell der Höhepunkt der Springprüfungen am Mittwoch des CHIO Aachen, des Weltfests des Pferdesports. Der Sieg ging nach Kanada, an den Olympiasieger von 2008, Eric Lamaze. Und auch für die Zukunft ist sichergestellt, dass Lamaze und Fine Lady rund um den Globus von Sieg zu Sieg reiten können. Von Generalsponsor Turkish Airlines – der übrigens gerade zum sechsten Mal in Folge zur besten Airline Europas gewählt wurde – gab es nämlich eine Million Flugmeilen als Bonus. Da wird man das Paar aus Kanada wohl auch in Zukunft regelmäßig in der Soers begrüßen dürfen.

Der französische Weltranglistenerste Simon Delestre wurde Zweiter im Sattel von Qlassic Bois Margot. Platz drei ging nach Belgien, an Olivier Philippaerts auf Challenge v. Begijnakker Z, ein Pferd, das übrigens schon Oliviers Vater Ludo Philippaerts durch die Soers getragen hatte.

Als „testing but fair“, anspruchsvoll, aber fair, hatte Rolex Grand Slam-Gewinner Scott Brash den Parcours nach der Besichtigung eingeschätzt. Der Wassergraben und die Kombination über Gräben seien seiner Ansicht nach die beiden Klippen, ergänzte Brash noch. Damit lag er ganz richtig, wie sich zeigen sollte. Die beachtliche Zahl von 16 Reitern hatte es ins Stechen geschafft – Brash selbst war allerdings nicht darunter. Dem gegenüber standen aber beispielsweise Größen des Sports wie Ludger Beerbaum, die den Parcours gar nicht beenden konnten. Beerbaums Hengst Chaman quittierte den Dienst vor der Kombination über Gräben. Nach der zweiten Verweigerung gab der erfolgreichste aktive Springreiter der Welt auf.

Das mit dem „testing“ war also keine Übertreibung. Auch das Stechen erwies sich als anspruchsvoll. Die Paare am Anfang riskierten viel und kassierten Fehler. Den ersten strafpunktfreien Ritt lieferte Deutschlands Daniel Deußer mit seinem Olympia-Kandidaten First Class van Eeckelghem. Doch seine Freude über die Führung währte nicht lange. Denn nach ihm war Christian Ahlmann mit Taloubet Z an der Reihe, seinem Ferrari, wie der Mann aus Marl den Hengst gern bezeichnet. Der machte seinem Spitznamen alle Ehre, blieb fehlerfrei und war schneller als Deußers First Class. Doch auch seine Zeit war zu schlagen. Ahlmann wurde am Ende Fünfter, Deußer Siebter.

Als Eric Lamaze den ersten Sprung in Angriff nahm, war klar: Da hat sich jemand etwas vorgenommen! Dabei musste Lamaze nicht viel Druck auf seine kleine Stute ausüben. Im Gegenteil: „Sie ist sehr ehrgeizig und gibt immer 100 Prozent. Außerdem hat sie eine natürliche Grundschnelligkeit und braucht ein gewisses Tempo, damit sie selbstbewusst über die großen Oxer springt. Wenn man sie so reitet, kann sie alles springen.“ Das hat Fine Lady in den vergangenen Monaten immer wieder unter Beweis gestellt.

Quelle: Pressestelle ALRV

 

Als Eric Lamaze den ersten Sprung in Angriff nahm, war klar: Da hat sich jemand etwas vorgenommen! Dabei musste Lamaze nicht viel Druck auf seine kleine Stute ausüben. Im Gegenteil: „Sie ist sehr ehrgeizig und gibt immer 100 Prozent. Außerdem hat sie eine natürliche Grundschnelligkeit und braucht ein gewisses Tempo, damit sie selbstbewusst über die großen Oxer springt. Wenn man sie so reitet, kann sie alles springen.“ Das hat Fine Lady in den vergangenen Monaten immer wieder unter Beweis gestellt.

 

Königin Silvia, Mans Zelmerlöw und Pippi & Co. eröffnen den CHIO Aachen 2016

Alter Schwede, war das schön. Mit einer 90minütigen Eröffnungsshow rund um das diesjährige Partnerland Schweden begeisterten die Organisatoren des Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen, gestern fast 40.000 Zuscahuer im nahezu ausverkauften Hauptstadion. Schon im Vorfeld hatte es geheißen, diese Eröffnungsfeier würde alles bislang Dagewesene in den Schatten stellen. Man hatte nicht zu viel versprochen.

Das Land der Dalapferde hatte seine Königin nach Aachen geschickt. Ihre Majestät, Königin Silvia von Schweden, wurde an der Seite ihres Gatten, Seiner Majestät, König Carl XVI Gustaf, begleitet vom königlichen Leibgardebataillon und der königlichen Feuerwehrkapelle, unter dem Jubel der Menge mit der Kutsche in die Soers gefahren. Sie nahm dann auf der Ehrentribüne Platz, wo sie unter anderem bereits von Prinzessin Benedikte von Dänemark erwartet wurde. Doch zuvor galt es, das Aachener Publikum zu begrüßen und den CHIO 2016 offiziell zu eröffnen. Damit, dass sie zwischendurch immer wieder vom Applaus im ausverkauften Stadion unterbrochen werden würde, hatte sie gerechnet: „Ich habe schon gehört, dass in Aachen ein besonderes Publikum ist.“

Dieses besondere Publikum hatte heute Abend jede Menge Gelegenheit, ausgiebig zu applaudieren. In der Show wurde heute in der Soers Schwedens Geschichte vom Mittelalter bis zum Eurovision Songcontest-Gewinner von 2015 durchgespielt. Ritter trafen sich zum Turnier mit Ringreiten und Lanzenstechen („Lasset das Turnier beginnen, möge der beste Ritter gewinnen!“). Das Mittelalter machte einer Horde wilder Winkinger Platz, die schließlich mit ihren Kaltblütern zu Popmusik von Avicii (der bekanntlich aus Schweden kommt) eine Quadrille vor der Loge der Ehrengäste zelebrierten.

Doch was wäre ein schwedisches Fest ohne Mittsommer bzw. Midsommar? Eben. Kein schwedisches Fest. Also hatten die Aachener rund 400 bis 500 „Mittsommernachtsgäste“ in die Soers geladen, die in Tracht unter den geschmückten Mitsommerstangen zu schwedischer Tanzmusik feierten. Das fröhliche Treiben wurde kurzfristig unterbrochen als Michel von Lönneberga nebst Schwester Ida in der Ponykutsche in die Soers einfuhr, um die Nationalflagge zu hissen. Doch da baumelte plötzlich statt des schwedischen Banners Ida am Mast. Typisch Michel! Wahrscheinlich sitzt Michel noch immer im Schuppen und schnitzt Holzmännchen – so denn sein Vater bei der Verfolgung des Missetäters erfolgreicher war als die Polizisten Kling und Klang, die Pippi Langstrumpf (Greta Klimke, Tochter von Vielseitigkeits-Star Ingrid) und ihrem Kleinen Onkel mal wieder vergeblich auf den Fersen waren.

Als Abba dann auf vier Schimmeln spanischer Rasse einritten, um zu „Waterloo“ und „The Winner takes it all“ die Hohe Schule der Dressur zu präsentieren, erklangen statt des Pippi Langstrumpf-Songs nun jene 1970er-Jahre Hits, die noch heute beinahe jedes Kind kennt.

Nachdem Königin Silvia den schwedischen CHIO-Teilnehmern, die im Kutschenkorso paradierten, noch zugewinkt und ihnen viel Glück gewünscht hatte, wurden Luftballons in den Himmel geschickt, mit denen auf die Europameisterschaften 2017 hingewiesen wurde. Die finden nämlich in der schwedischen Metropole Göteborg statt.

Den krönenenden Abschluss, der gleichzeitig die Brücke ins Hier und Jetzt schlug, bildete der Gewinner des Eurovision Songcontest 2015, Måns Zelmerlöw, der die Zuschauer endgültig von den Sitzen riss.

Quelle: Pressestelle ALRV