FEI Europameisterschaften Aachen 2015 - Deutsche Springreiter setzen auf "Ruck für Deutschland"


Ludger Beerbaum hat den Anspruch der deutschen Equipe beim Heimspiel in Aachen formuliert. Nach dem Nationenpreis-Wochenende in Mannheim, als es wieder nicht zum Sieg gereicht hatte, fällt sein Resümee ernüchternd aus: „Wir haben es wieder nicht hingekriegt, wir kriegen es schon verdammt lange nicht mehr hin. Das ist nicht nur Pech. Es muss ein Ruck durch diese Mannschaft gehen!“ Keine Frage: Es sind nur noch wenige Tage bis zum Startschuss der Reit-EM in Aachen. Und auch für die Springreiter wird es so langsam Ernst. Der Ausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) hat nun die Longlist der Springreiter herausgegeben, für die der Traum vom Start in Aachen in greifbare Nähe gerückt ist. Bundestrainer Otto Becker steht vor einer schwierigen Entscheidung, das richtige Team zusammenzustellen. Denn in Aachen werden die deutschen Reiter auf eine starke Konkurrenz treffen. Insgesamt sieben Mal konnte sich ein deutsches Springreit-Team in der Vergangenheit im europäischen Wettstreit die Goldmedaille sichern. Zuletzt ist dies 2011 in Madrid gelungen, damals mit der Besetzung Carsten-Otto Nagel (Corradina), Marco Kutscher (Cornet Obolensky), Janne Friederike Meyer (Cellagon Lambrasco) und Ludger Beerbaum (Gotha FRH). In Aachen, im eigenen Land, wird der Ansporn erneut zu gewinnen, besonders hoch sein. Insbesondere gilt es, den derzeitigen Titelverteidiger Großbritannien zu schlagen. Dennoch bleibt Otto Becker Realist: „Wir kommen nach Aachen, um eine Medaille zu gewinnen – das ist doch klar! Freud und Leid liegen aber gerade im Springreiten sehr nah beieinander. Viele Nationen haben das Zeug zum EM-Titel, wenn sie eine gute Woche in Aachen haben. Eine Medaille ist daher kein Selbstläufer.“
Folgende Reiter sind weiter im Rennen um einen der begehrten Teamplätze: Christian Ahlmann mit Epleaser van’t Heike und Taloubet Z, Ludger Beerbaum mit Chiara und Chaman, Daniel Deusser mit Cornet D’Amour und First Class van Eeckelghem, Hans-Dieter Dreher mit Cool and Easy und Embassy II, Marcus Ehning mit Comme Il Faut und Plot Blue, Janne-Friederike Meyer mit Goja, Meredith Michaels-Beerbaum mit Comanche und Fibonacci, Mario Stevens mit Baloubet und Brooklyn, Patrick Stühlmeyer mit Lacan und André Thieme mit Conthendrix. Die finale Team-Zusammensetzung wird am 10. August bekanntgegeben.
Die Springwettbewerbe beginnen in Aachen am Mittwoch, 19. August, mit dem „Turkish Airlines-Preis“, der 1. Wertungsprüfung Teams und 1. Qualifikation Einzelwertung. Am Donnerstag, 20. August, und Freitag, 21. August, findet die Mannschaftsentscheidung über zwei Umläufe statt. Erst am letzten Tag der Reit-EM (23. August) wird es für die Einzelreiter beim „Rolex European Champion“, dem großen Finale, spannend. Für alle, die live dabei sein möchten: Für viele Prüfungen gibt es noch Tickets, die hier bestellt werden können:

Quelle: Pressestelle ALRV - 27. Juli 2015

 

EM in Klagenfurt als zweites Highligt der Saison


Die Anreise war lang und beschwerlich, Yokohama, Tokio, Frankfurt, Wien, Klagenfurt, fast 17 Stunden waren Katrin Holtwick und Ilka Semmler am Wochenende unterwegs, bevor sie endlich den nächsten Spielort der Saison 2015 erreichten. Strandbad Klagenfurt, Austragungsort der Europameisterschaft in diesem Jahr, war das Ziel. Ab Dienstag wird dort um die Krone Europas gespielt, am Samstag enden die mit 100.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Titelkämpfe.

Klagenfurt gilt in der Beachszene als das Mekka der Tour, es gibt kaum einen Spielort, an dem die Fans eine bessere Stimmung und Atmosphäre verbreiten. Entsprechend freuen sich die Weltmeisterschafts-Vierten auf die Tage in Kärnten. Katrin Holtwick sagt: „Es ist einfach das bestorganisierteste Turnier.” Und Ilka Semmler fügt hinzu: „Klagenfurt als Event ist immer ein Highlight, egal, ob als WM oder EM, es ist eins der besten Turniere des Jahres.”

Für Katrin Holtwick und Ilka Semmler ist es der nächste Höhepunkt der Saison. Mit vier WM-Teilnahmen zählen sie zu den alten Hasen der Szene weltweit, mit bislang sechs EM-Teilnahmen gehören sie auch in Europa zu den routiniertesten Duos. In ihrer Bilanz bei europäischen Titelkämpfen seit 2009 tauchen nur Top-Ten-Platzierungen auf: 5. in Sotschi (2009), 2. in Berlin (2010), 9. in Kristiansand (2011) und in Den Haag (2012), 4. in Klagenfurt (2012) und 9. im letzten Jahr in Cagliari.

Holtwick/Semmler stehen in der Setzliste auf Rang sechs und starten am Dienstag (28. Juli) in Pool F mit den Vorrundenmatches. Erster Gegner sind ab 14 Uhr die Schweizerinnen Nina Betschart/Nicole Eiholzer, Spiel zwei steigt am Mittwoch ab 14 Uhr gegen Karolina Baran/Jagoda Gruszczynska aus Polen und das letzte Match findet am Donnerstag gegen die ebenfalls aus Polen stammenden Kinga Kolosinska/Monika Brzostek. Gegen Letztere haben Katrin Holtwick und Ilka Semmler eine Bilanz von 3:1-Siegen, auf die beiden anderen Konkurrentinnen treffen sie zum ersten Mal.

Ziel in Klagenfurt ist natürlich eine ähnlich gute Ausbeute wie in den vergangenen Jahren. „Vielleicht können wir da anknüpfen, was uns bei dem letzten Höhepunkt gelungen ist”, sagt Ilka Semmler mit dem Verweis auf Platz vier bei der Weltmeisterschaft. Katrin Holtwick hat auch eine klare Meinung zu den einstelligen Ziffern: „Ein 2. Platz gefällt mir immer besser als ein 9.”

Quelle: Mitarbeiter Klaus Wegener - 27 Juli 2015

FEI Europameisterschaften Aachen 2015 - Turniergelände steht nicht still

 

Die Zelte wachsen, Teppiche werden fleißig verlegt und manch ein Stadion erhält sogar ein Dach: Auf dem Turniergelände in der Aachener Soers steht zurzeit nichts still. Kein Wunder: Denn in 18 Tagen beginnen dort, genauer im Hauptstadion mit der offiziellen Eröffnungsfeier, die FEI Europameisterschaften Aachen 2015. Das Dressurviereck im Hauptstadion, wo während der Reit-EM Piaffen, Passagen und Pirouetten zu bewundern sind, war schon zum Weltfest des Pferdesports im Mai fertig angelegt. Das ganze Drumherum ist im Laufe der letzten Wochen peu à peu entstanden. Ob die unzähligen kleinen Pagodenzelte, der imposante zweistöckige Champions' Circle, das Akkreditierungszelt an der Albert-Servais-Allee, eine überdachte Trainingshalle neben dem Deutsche Bank Stadion oder das Soerser Zelt mit der großzügigen Terrasse. „Es geht in den Endspurt: Zum Beginn der Reit-EM am 11. August muss alles picobello und fertig sein“, so Carl Meulenberg, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins e. V. (ALRV), der gemeinsam mit dem ALRV-Vorstandsvorsitzenden Frank Kemperman und Ulrich Fischer von der Aachener Reitturnier GmbH zu einem Geländerundgang einlud. Heute wurde im VIP-Zelt „Champions' Circle“ bereits mit der Inneneinrichtung begonnen. Und auch jenseits der Oberfläche glühen die Drähte. NetAachen, der offizielle Telekommunikationsdienstleister der Reit-EM, ist dafür verantwortlich, dass in wenigen Tagen unter anderem 250 Telefon- und 70 Internetanschlüsse, 250 TV-Anschlüsse, 500 Kilometer Glasfaserleitung und über 100 WLAN-Accesspoints zur Verfügung stehen.

Die Reit-EM überrascht auch mit einigen Neuheiten. So wird es neben den klassischen gastronomischen Anbietern erstmalig eine „Food-Meile“ geben. In einem 35 Meter langen Zelt bieten dann verschiedene Anbieter an acht Ständen Speisen in allen Geschmacksrichtungen an, von Wok-Gerichten über Pasta und Gegrilltem bis hin zu Crêpes und Frozen Yoghurt. „Im Village sind Aussteller aus aller Herren Länder anzutreffen. Viele regionale Aussteller sind dabei, aber auch aus den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Norwegen und sogar aus Chile und Argentinien“, so Fischer, der den Aufbau verantwortet. Im Deutsche Bank Stadion bietet sich derweil ein ungewöhnlicher Anblick. Denn dort, wo man sonst in den freien Himmel blickt, befindet sich nun ein Dach, genauer: ein temporäres Dach. Denn das 60 Tonnen schwere Konstrukt aus Aluminium und einer Doppelplane ist nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern wird nach der Reit-EM wieder abgebaut. Während des Championats bietet das „Dach auf Zeit“, welches über Hydraulikzylinder nach oben gestemmt wurde und nun von stabilen Stützen gehalten wird, den Reining- und Voltigier-Stars Schutz vor Sonne und Regen. „Der Aufbau war eine Herausforderung. Denn normalerweise sind bei einem Dach dieser Größenordnung mehrere Stützen nötig. Wir wollten aber die Sicht der Zuschauer auf das Geschehen so wenig wie möglich versperren“, erklärt Kemperman. Realisiert wurde der Aufbau mit einer niederländischen Spezialfirma für temporäre Gebäude. Nun fehlt nur noch der spezielle Lehmboden für die Reiner, der derzeitig noch in der Albert-Vahle-Halle lagert.

Wer sich selbst von dem außergewöhnlichen Ambiente bei der Reit-EM (11. bis 23. August) überzeugen und gleichzeitig Spitzensport erleben möchte, kann das tun. Für alle Tage und Disziplinen gibt es noch Tickets

Quelle: Pressestelle ALRV - 25. Juli 2015

 

 

Beachvolleyball-Nationalteam Holtwick/Semmler startet in Yokohama


Die Regeneration ist abgeschlossen, die Körper sind wieder fit, alle Zeichen stehen auf grün: Bei der World Tour im japanischen Yokohama, die für Katrin Holtwick und Ilka Semmler am Dienstag beginnt, wollen die Vierten der Weltmeisterschaft 2015 wieder Vollgas geben. Ungewohnterweise müssen sie zwar bereits in der Qualifikationsrunde des Grand Slams antreten, zuletzt hatte es das 2008 gegeben. Doch die beiden Beachvolleyball-Profis wissen damit umzugehen, sind schon am Samstag angereist, um sich zu akklimatisieren, und werden sich top vorbereitet in den maximal zwei Matches präsentieren, die den Einzug ins Hauptfeld ermöglichen.

„Die Leistungsdichte unter den deutschen Top-Teams ist in diesem Sommer so eng, da ist es nicht verwunderlich, dass wir mal in die Qualifikation müssen”, sagt Ilka Semmler. Bei der WM in den Niederlanden waren sie das beste deutsche Team, nun starten sie eben einen Tag vor den anderen deutschen Duos.

Seit dem letzten WM-Spiel in Den Haag hatte Katrin Holtwick Probleme mit der Bauchmuskulatur, „daher waren die Tage zwischen den Turnieren wichtig, um das auszukurieren”, sagt sie. Nun ist wieder alles im Lot und die frühe Anreise nach Yokohama ermöglicht auch eine schnellere Akklimatisierung. Zwischen Japan und Deutschland gibt es immerhin einen Zeitunterschied von sieben Stunden.

Mit dem Start beim Grand Slam in Japan wird auch die zweite Hälfte der Saison 2015 eingeläutet. Acht von voraussichtlich 15 Turnieren, die Katrin Holtwick und Ilka Semmler in der Planung haben, sind gespielt. Zeit für eine Zwischenbilanz, die bei Coach Tilo Backhaus wie folgt aussieht: „Die Saison ist nicht ganz so gelaufen, wie wir uns es vorgestellt haben. Wir waren uns sicher, dass wir eine Medaille gewinnen können.” Katrin Holtwick sagt: „Mit der WM haben wir bewiesen, was in uns steckt. Aber das ist uns leider noch zu selten gelungen in diesem Jahr.” Und Ilka Semmler sieht, dass alles mit dabei gewesen ist, wenige gute Resultate und ein sehr gutes: „Das ist noch Luft nach oben. Ein paar mehr Platzierungen in den Top Five sind das Ziel.”

Nach dem Turnier in Yokohama steht der zweite Höhepunkt des Sommers an, denn in der nächsten Woche werden im österreichischen Klagenfurt die Europameisterschaften ausgetragen.

Quelle: Pressestelle Klaus Wegener - 22. Juli 2015